
Wie groß sollte mein BHKW sein?
Erst die richtige Dimensionierung macht ein BHKW wirtschaftlich!
Maßgeblich für die erzeugbare Strom-Menge ist nicht die maximale Leistung des gewählten BHKW´s, sondern die im Gebäude benötigte Wärme-Menge. Ausnahmen bilden lediglich Anlagen bei denen der Brennstoff kostenneutral anfällt (Biogas oder Klärgas).
Grundlegende Fakten: Je mehr Stunden / Jahr das BHKW läuft um so mehr Strom wird erzeugt. Wird Wärme benötigt läuft das BHKW - ist die Solltemperatur im Heizsystem erreicht schaltet es bis zur nächsten Wärmeanforderung ab. Ein Standard-Heizkessel brennt zwischen 1.000 und 2.000 Stunden / Jahr. Das Jahr hat aber 8.760 Stunden. Soll das BHKW also viel Strom erzeugen muss es viel laufen - dies erzielt man nur mit einer kleinen BHKW-Heizleistung (thermische Leistung) - das BHKW benötigt dann mehr Zeit um die erforderliche Wärme bereitzustellen und erzeugt als Konsequenz auch mehr Strom.
Für die Auswahl der richtigen BHKW-Größe gibt es zwei verschiedene Ansätze:
Vergleich: Ersatz eines Heizkessels 200 kW durch ein BHKW als alleiniger Wärmeerzeuger oder durch ein Grundlast-BHKW mit Spitzelastheizkessel.

1. Das BHKW als alleiniger Wärmeerzeuger (Heizkesselersatz). Diese Variante kommt überwiegend in Ein- oder kleineren Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Das BHKW wird in Abhängigkeit der maximalen Gebäude-Heizlast dimensioniert. Kommt ein großzügig dimensionierter Pufferspeicher zum Spitzenbedarfausgleich zum Einsatz kann die thermische Leistung des BHKW´s auch nur etwa 2/3 der Gebäude-Heizlast betragen ohne dass Engpässe in der Wärmeerzeugung zu erwarten sind. Solche monovalenten BHKW-Anlagen erzielen Laufzeiten von 1.500 bis 2.500 Betriebsstunden / Jahr. Die Amortisationszeit liegt dabei in der Regel bei mindestens 10 Jahren. Durch zeitoptimierte Betriebsart lässt sich die Wirtschaftlichkeit zusätzlich erhöhen (BHKW läuft immer bei großem Strombedarf - die überschüssige Wärme wird im Pufferspeicher zwischengelagert)

2. Grundlast-BHKW mit Zusatzheizung (Spitzenlast-Heizkessel). Diese Variante ist die häufigste BHKW-Anwendung und wird immer dann eingesetzt wenn einerseits ein großer Wärmebedarf vorhanden, und andererseits eine attraktive Amortisationszeit des BHKW´s erwartet wird. Durch die Abdeckung der vorhandenen Wärme-Grundlast im Sommer oder der Übergangszeit wird das BHKW wesentlich besser ausgelastet. In der kalten Jahreshälfte läuft das BHKW dann nonstop da die Wärme zu jeder Tages- und Nachtzeit abgenommen und im Gebäude verbraucht oder im Pufferspeicher zwischengelagert wird. In der wärmeren Jahreshälfte entscheidet der Warmwasserverbrauch oder eine evtl. vorhandene Absorptionskälteanlage über die BHKW-Laufzeit. Laufzeiten von 5.000 bis 6.000 Betriebstunden sind die Regel, 7.000 bis 8.000 keine Seltenheit. Amortisationszeiten von 3 - 7 Jahren sind realistisch.

Die nachfolgenden Grafiken veranschaulichen die richtige BHKW-Auswahl zur Erzielung der wirtschaftlich bestmöglichen Lösung:
Jahreswärmebedarf - Diagramm Beispiel 120 kW

Im Sommer sinkt die erforderliche Heizleistung auf ca. 15 % der maximal erforderlichen Leistung im Winter. Die Grundlast sinkt auf 15 bis 20 kW (nur Warmwasserbereitung).
Jahreswärmebedarf - Diagramm mit Grundlast-BHKW Beispiel 120 kW

Durch die Auslegung des BHKW´s mit etwa der doppelten Grundlastleistung (thermisch) erzielt das BHKW sehr hohe Jahreslaufzeiten. So werden sehr kurze Amortisationszeiten möglich - das BHKW wird zur Geldmaschine!
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